Wissen Sie warum Preise gemacht werden? Um Kalkulieren zu können und ja, um von der Arbeit leben zu können.

Sie fragen sich, ob der "hohe" Preis überhaupt gerechtfertigt ist für ein paar Stunden Hilfe? Ich als Hundepsychologin arbeite wie ein Handwerker, selbständig, selbst und ständig ;-).

 

  • Die Ausbildung zum/zur Hundepsychologen/in kostet schon grundsätzlich zwischen ca. 1000,00 und 5000,00 €. Da die Ausbildung genau wie ein/e Tierheilpraktiker/in nicht rechtlich geschützt und nicht staatlich anerkannt ist, muss diese selbst bezahlt werden.
  • Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Einkommenssteuer kann man getrost mit gesamt ca. 50% der Einnahmen pro Euro rechnen. Also bei einer hundepsychologischen Beratung in Höhe von 390,00 € bleiben pauschal schon nur noch 195,00 € über, vor Abzug von Unkosten die man selber hat, vor Abzug von Krankenkassenbeiträgen etc. 
  • Ab dem Tag der Selbständigkeit fallen Krankenkassenbeiträge in Höhe von mindestens ca. 186,00 € pro Monat an. Und diese sind Pflicht, gesetzlich verankert und da gibt es kein Erbarmen. Diese können je nach Einnahmen bis zu 900,00 € hoch werden, pro Monat.
  • freiwillige Rentenbeiträge beginnen bei ca. 85,00 €, pro Monat.
  • Arbeitskleidung wie festes Schuhwerk, Hosen und Jacken, (ebenso das Waschen der Kleidung).
  • Lektüre für den Kunden, Leckerchen für den Hund, Trainingszubehör...
  • Werbung in Zeitungen, Visitenkarten, Flyer, Werbeshirts...
  • gewerbliche Haftpflichtversicherung
  • gewerbliche Rechtsschutzversicherung
  • Fortbildungen, Schulungen die zwischen je 95,00 € und 490,00 € kosten, davon mindestens 3 im Jahr.
  • Steuerberater 
  • Lektüre für die Weiterbildung in Form von Büchern und Zeitschriften

 

Wenn man nun 4 Aufträge pro Monat rechnet a 390,00 € = 1.560,00 €. Dafür sind allerdings pro Auftrag zwischen 12 und 16 Stunden Arbeit vor Ort nötig. Plus pro Auftrag 8 Stunden Bürozeit für Homepagearbeit, Werbung,  und Therapiebearbeitung sowie Schulungen und Beobachtungen ). Wären also für einen Auftrag bis zu 24 Stunden Arbeitszeit. Minus Krankenkasse und Rente= 1294,00 €. Minus mindestens 150,00 € Versicherungen und Unkosten= 1144,00 €. Minus nur 40% Einkommensteuer= ca. 686,00€. Diese Netto-Summe teile ich nun durch 4x24 Stunden Arbeitszeit= 7,15 €. Das ist der Nettostundenlohn der übrig bleibt. Weit unter einem Mindestlohngehalt. Ohne Ausbildungskosten die vorab schon bezahlt sind. Hinzu kommt, das ein regelmäßiges, tägliches Arbeiten im Außentermin gar nicht möglich ist, denn die Hintergrundarbeit kostet enorm viel Zeit. Es gibt keine Feiertags/ Sonntagszuschläge, und das, obwohl fast alle Außentermine am Wochenende sind. Schulungszeiten bringen kein Geld, im Gegenteil, man muss dafür bezahlen aber die Zeit ist trotzdem futsch. Nun fragen Sie bitte erneut, ob der Preis gerechtfertigt ist. Oder beauftragen Sie doch einfach mal einen Handwerker, der Ihnen einen Tag lang eine Heizung einbaut, Fenster repariert oder die Hausleitungen erneuert, und vergleichen Sie. 

 

Ich habe diese Auflistung nicht öffentlich eingestellt, um zu jammern, sondern um wirklich verständlich zu machen, das viel und gute Arbeit nötig ist, um davon leben zu können. Und das, ohne Qualitätsmängel für Tier und Mensch aufkommen zu lassen. 

 

Genau die gleiche Aufstellung könnte ich machen, für jeden anderen Beruf, den ein Einzelunternehmer für Sie tätigt und bei dem es nicht um Quantität sondern um Qualität geht. Denn auch in unseren Hundepensionen geht es um Qualität, wenn die Lakritznasen im Haus betreut werden. Angefressene Möbel, frisch gewaschene Decken, Näpfe, Futter, Spielzeug, Versicherung, Steuern, ...das alles kostet Geld und schlägt sich auf den Preis nieder.

Keine Tierheilpraktikerin, Hundefriseurin, Gassigeher, Tierarzt und auch keine Hundepsychologin können sich gesundheitlich und professionell um Sie oder Ihr Tier kümmern, wenn sie dafür drauf zahlen muss.